Sein Fraktionskollege Bernd Gutschank ergänzt: „Alle, die sich in Langenselbold mit Kommunalpolitik befassen, wissen doch, dass es bei dem Antrag überhaupt nicht um die Sache geht, sondern um politische Machtspielchen. Die GAL will sich gegenüber Ihren Wählerinnen und Wählern profilieren und einen Fuß ins Rathaus bekommen. Die CDU musste bereits im Vorfeld gute Miene zum bösen Spiel machen, da die Schaffung der Stelle der Preis der GAL für eine Koalition war, zusätzlich zum Kopf des derzeitigen I. Stadtrats Mücke (CDU), dessen Stelle nach Ende der Amtsperiode ein Grüner erhalten soll".
Die Mitglieder der CDU-Fraktion haben sich vor diesem Hintergrund in der Sitzung mit Begeisterung auch merklich zurückgehalten; kaum eine Hand hat sich bei den Reden von Andreas Pfrenger und Gustav Schreiner von der GAL gerührt. In eigenen Beiträgen hieß es dann lediglich, man müsse den Sinn der Zeit erkennen und an Dinge denken, an die man vor kurzem noch nicht gedacht habe. „Eine hübsche Umschreibung für politischen Opportunismus" kommentiert Bernd Gutschank, eine Haltung, die man bei der CDU auch anderenorts im öfter finde. Sinn oder besser Zeichen der Zeit sei vielmehr, eben nicht eine Stelle mit Abteilungsleitersalär zu schaffen.
„In der Haushaltsrede beschwört der Kämmerer Matthias Mücke (CDU) zunächst die Notwendigkeit für einschneidende Sparmaßnahmen und hinterfragt unter anderem, ob Langenselbold ein Schwimmbad und ein Strandbad braucht. Wenige Tagesordnungspunkte später will man uns Personal- und Sachkosten in einer Größenordnung von um die 90.000 € im Jahr für einen Klimaschutzmanager als unabdingbar verkaufen", zeigt sich Roland Sahler verwundert. Nicht der Rede wert, Peanuts, dass jedenfalls war als Essenz der epischen Rede von Magistratsmitglied Heiko Kasseckert (CDU) zu verstehen. „Und das ist ja nicht alles", meint Bernd Gutschank. Solartechnologie, Blockkraftwerke, Wärmedämmung, Windräder und was der grüne Klimaschutzmanager absehbar sonst noch alles vorschlagen werde, würde die Bürgerinnen und Bürger jährlich wohl einiges kosten. Bis sich solche kostenintensive Projekte refinanzieren, dauert es Jahrzehnte „Die GAL wird darauf bestehen, dass das Maximum des Möglichen umgesetzt werde, koste es was es wolle".
Der Antrag ist am Ende der Sitzung auf Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Bernd Matt zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen worden. „Ein pro forma-Geschäftsordnungsantrag", so Roland Sahler. Die Stelle sei bereits beschlossene Sache; die GAL sei finanzpolitischen Argumenten nicht zugänglich und die CDU koalitionsbedingt handlungsunfähig. „Sollte dann tatsächlich in der Zukunft die GAL auch noch den Kämmerer stellen, dann müssen wir uns über Haushaltssanierung keine Gedanken mehr machen", schließt Bernd Gutschank. Dann werden wir uns wohl vielmehr über das Thema völlige Überschuldung zu unterhalten haben.





