Seit Jahren wird der Main-Kinzig-Kreis in immer größerem Ausmaß durch Fluglärm belastet. Zurzeit sind dies ca. 300.000 Überflüge im Jahr. Durch die baldige Eröffnung der neuen Nord-West-Landebahn am 21. Oktober kommt eine weitere erhebliche Lärm- und Umweltbelastung hinzu. Folge hiervon wird u.a. sein, dass dann auch nördlich der bisherigen Route eine weitere Anflugroute eingerichtet wird. Unter dieser neuen Anflugroute wird insbesondere Langenselbold verstärkt betroffen sein.
Durch das im März geänderte Anflugverfahren, verbunden mit einer Absenkung der Flughöhe um 300 Meter, hat sich der Fluglärm bereits jetzt über dem Kinzigtal verdoppelt. Dies konnte jeder von uns bereits leidlich feststellen.
In diesem Zusammenhang sollten keine Missverständnisse aufkommen und wir möchten klarstellen, dass wir weder gegen das Fliegen noch gegen den Frankfurter Flughafen sind. Wir wissen sehr wohl um die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für die Rhein-Main Region. Aber es muss eine vernünftige Balance gefunden werden zwischen Wirtschaftlichkeit einerseits und dem Schutz der hier lebenden Menschen und der Umwelt andererseits.
Aktuell müssen wir leider feststellen, dass derzeit bei der Entscheidung über die Flugbestimmungen materielle Interessen über die der Bürger gestellt werden. So lehnt die die Deutsche Flugsicherung die Einführung des lärmmindernden und weltweit üblichen Gleitsinkflugverfahrens „Continuous Descent Approach", kurz CDA, als nicht umsetzbar ab. Im Gegensatz zu dem derzeitig praktizierten Anflugverfahren benötigt man für das CDA-Anflugverfahren mehr Fluglotsen. Die Einführung des lärmreduzierenden CDA-Anflugverfahrens würde das gesamte betroffene Umland des Flughafens Frankfurt, insbesondere auch das Kinzigtal, nachhaltig entlasten. Bürger- und Umweltschutz muss daher an oberster Stelle stehen. Es kann nicht sein, dass der Fluglärm morgens den Wecker ersetzt, wie es derzeit der Fall ist. Es ist niemanden zu vermitteln, warum Flugzeuge mehr als 50 Kilometer vom Flughafen entfernt in so niedriger Höhe und mit vollem Schub fliegen müssen.
Um die Bürgerinnen und Bürger vor diesem Lärm zu schützen, fordern die Freien Wähler wie die SPD-Langenselbold ein lärmminderndes Anflugverfahren für den Frankfurter Flughafen einzuführen.
Zentrale Kernaussagen der Rodenbacher Erklärung müssen als Leitlinien der politischen Entscheidungsträger gelten. Die Menschen in Langenselbold haben ein Recht auf Ruhe und sind nicht mehr bereit, die ansteigende Belastung durch Fluglärm hinzunehmen.
Die SPD Langenselbold und die Freien Wähler wollen daher in der gemeinsamen Veranstaltung am 27. Oktober, um 19.30 Uhr im Foyer der Klosterberghalle über diese Problematik informieren, aber auch deutlich machen, dass es realistische Alternativen gibt, um den Lärm und andere Belastungen für die Bürger hier in Langenselbold und in der ganzen Region Rhein-Main deutlich zu reduzieren.





