Strom aus Photovoltaikanlagen – Über 300 Langenselbolder Haushalte mit Solarstrom versorgen

Die SPD Langenselbold zeigt sich äußerst zufrieden, dass in der letzten Stadtparlamentssitzung der von ihr eingebrachte Antrag zur möglichen Realisierung einer Photovoltaikanlage auf dem alten Deponiegelände am Rödelberg mehrheitlich beschlossen wurde.  Darin wird der Magistrat beauftragt, die Umsetzung zu prüfen; der Betrieb der Anlage soll mit einem regionalen Kooperationspartner erfolgen.

„Strom aus Photovoltaikanlagen ist so günstig wie nie zuvor“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Max Kaltschnee. „Lagen die Stromgestehungskosten 2007 noch bei knapp 50 Cent/kWh, sind es heute bei größeren PV-Anlagen unter 5 Cent/kWh. Der Preis hat sich in den vergangenen 13-14 Jahren um den Faktor 10 gesenkt. Solarstrom ist somit schon heute die günstigste Art der Stromgewinnung in Deutschland.“

Die SPD-Fraktion berichtet weiter: „Wissenschaftler sind sich einig, dass die Klimaziele 2030 mit dem aktuellen Ausbaupfad der erneuerbaren Energien nicht erreicht werden können. Mit der Realisierung einer Photovoltaikanlage auf dem seit ca. 30 Jahren ungenutzten Gebiet der alten Deponie auf dem Rödelberg könnte Langenselbold einen weiteren Beitrag zur Energiewende leisten. Der Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende liegt in der dezentralen Energieversorgung. Die Energie vor Ort zu erzeugen und vor Ort zu verbrauchen, hat viele Vorteile. Zum einen entlasten wir so die Netzinfrastruktur nachhaltig, und zum anderen werden keine neuen und bei den Anliegern umstrittenen Freileitungen quer durch Deutschland benötigt. Das hat nicht nur positive Auswirkungen auf unser Landschaftsbild, sondern es hat auch einen finanziellen Vorteil, da die Kosten hierfür über die Netzentgelte an den Endkunden weitergereicht werden würden. Weiterhin treten durch die dezentrale Energieversorgung kaum Übertragungsverluste auf. Durch die kurzen Übertragungswege kann an uns Endkunden fast die gesamte Energie zur Verfügung gestellt werden. Mithilfe der Regionalnachweise kann für jede produzierte kWh sichergestellt werden, dass der Strom auch lokal verbraucht wird.“

„Die Fläche der alten Deponie auf dem Rödelberg eignet sich sehr gut für die Errichtung einer Photovoltaikanlage, da hier kaum eine andere Nutzung möglich ist und die geographischen Gegebenheiten vorteilhaft sind. Die Pflege des Areals müsste vom späteren Betreiber der Anlage übernommen werden, wodurch die Stadt neben den Pachteinnahmen zusätzlich finanziell profitiert“, so ergänzt der SPD-Vorsitzende Jürgen Schonlau.

Auf der vorgesehenen Fläche von 1 Hektar kann mit neuster Modultechnologie eine Leistung von 1,2 MWp entstehen. Die pro Jahr erzeugten 1,3 Millionen Kilowattstunden Grünstrom reichen, um 325 durchschnittliche 4-Personen-Haushalte mit Energie zu versorgen und sparen jährlich mehr als 1000 t CO2 ein.

Die Anlage auf dem Rödelberg soll nach Vorstellungen der SPD Langenselbold nicht die einzige PV Anlage sein, die zusätzlich ans Netz gehen soll. Wie dem Antrag zu entnehmen ist, sollen auf Initiative der SPD-Fraktion weitere Flächen für die Nutzung von Solaranlagen geprüft werden, beispielsweise eine nicht genutzte Parkfläche entlang der A 66 oder eine Fläche südlich der Klosterberghalle.

Für die SPD-Fraktion stellt zukünftig die Option der Umsetzung eines Genossenschaftsmodells zudem eine attraktive Lösung dar. „Aus vielen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern wissen wir, dass die Bereitschaft für die Installierung eigener regenerativer Energien enorm hoch ist. Eine Umsetzung mit einem Genossenschaftsmodell ermöglicht Interessierten, die entweder über keine eigene bzw. keine geeignete Immobilie verfügen oder nicht das notwendige Kapital für eine vollumfängliche Anlage besitzen, in eine Photovoltaikanlage zu investieren. Somit profitieren die Interessierten nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell. Mit jeder Kilowattstunde lokal erzeugter Energie steigt somit auch die Wertschöpfung vor Ort und die Akzeptanz gegenüber regenerativer Energieerzeugung mit Blick auf die angestrebte Energiewende“, so Max Kaltschnee abschließend.

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